Narzissenliebe

 

Manchmal frage ich mich ja, ob ich meinen Garten gestalte – oder ob er mich.

Bestes Beispiel: unser Weinspalier. Die Idee war eigentlich ganz harmlos. Ein bisschen Jungfernkraut, damit man den Bereich schön begehen kann. Tja… „ein bisschen“ ist im Garten bekanntlich ein dehnbarer Begriff. Inzwischen breitet es sich aus, als hätte es ganz eigene Pläne. 

Und mittendrin: der Entenfelberich, der im Sommer und Herbst erscheint. Der hat beschlossen, dass er sich seinen Platz nicht einfach nehmen lässt – da wird gerangelt, geschoben und behauptet. 

Aber – und das ist das Schönste daran – darunter wachsen sie im Frühling einfach durch: meine Narzissen. 

Gefüllte und ungefüllte, in Weiß und Gelb, große und kleine. Ganz unbeeindruckt vom kleinen Gerangel über ihnen schieben sie sich jedes Jahr wieder ans Licht.

Und genau so fühlt es sich an: ein wenig wild, herrlich ungeordnet – und voller Leben. Und ganz ehrlich? Genau so mag ich es.


 

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