Frühling. Oder: Wenn ich wieder nicht aufhören kann zu staunen

Jedes Jahr denke ich mir: Jetzt kennst du das ja schon. Der Frühling kommt, alles blüht, schön ist’s – fertig.

Und dann stehe ich wieder im Garten und merke: Nein. Ich kenne gar nichts.

Die Magnolien zum Beispiel. Ich mag sie so gern – dieses beinahe übertriebene Aufblühen, als würden sie keine halben Sachen machen. Entweder Winter oder Blütenexplosion. Dazwischen gibt’s nichts.

Und dann die Tulpen…

Ich gestehe: Im Herbst verliere ich da regelmäßig ein bisschen die Kontrolle. „Nur noch schnell ein paar Zwiebeln“ – und plötzlich stehe ich mit Erde an den Knien und frage mich, wo ich die eigentlich alle unterbringen will. Aber jetzt, wenn sie nach und nach auftauchen, denke ich mir: Genau richtig so.

Und meine Lenzrosen – oder besser gesagt: meine kleine Leidenschaft, die sich langsam zur Sammelleidenschaft entwickelt hat. Ich kann einfach nicht anders. Jede ist ein bisschen anders, jede hat ihren eigenen Charakter. 

Und dann noch die stinkende Nieswurz, die so unscheinbar daherkommt und gerade deshalb so besonders ist.

Ich gehe oft einfach nur von einer zur nächsten, schaue, vergleiche, freue mich. Ein bisschen wie andere Leute Briefmarken sammeln – nur schöner. 

Und dieses Jahr hat mich der Garten noch mit etwas ganz Besonderem überrascht: Zum ersten Mal blüht meine Kamelie. Gefüllte, weiße Blüten, fast ein bisschen zu perfekt für diesen wilden Garten. Und vielleicht passt sie gerade deshalb. 

Ich habe sie bestimmt schon zehnmal angeschaut heute. Mindestens.

Und genau das ist es, was ich am Frühling so liebe: Dieses Staunen, das einfach nicht aufhört.
Dieses Gefühl, dass alles wieder beginnt – und jedes Mal ein bisschen anders, ein bisschen schöner. 

Und ich mittendrin, ein bisschen schmutzig, ein bisschen verliebt – und sehr, sehr glücklich.



Kommentare

  1. Eine wunderschöne Frühlingspracht! Weiße Tulpen finde und Magnolien besonders schön. Hier blüht auch schon der Flieder.
    LG aus Wien

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  2. Ohja der Frühling ist eine ganz wunderbare Zeit und jedes Jahr zeigt sich der Garten von einer anderer Seite.

    Deine Tulpenpracht ist gigantisch, Magnolien liebe ich auch sehr und um Deine Lenzrosen beneide ich Dich, leider habe ich nur Christrosen, aber die mag ich auch sehr. Glückwunsch zur blühenden Kamelie, vor zig Jahren hatte ich auch mal eine.

    Einen guten Wochenstart in eine sonnige Frühlingswoche
    wünscht Dir
    Anke

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  3. Wunderschön, ein herrlicher Garten. Ich habe im Herbst auch Zwiebeln gesetzt, an die ich gar nicht mehr gedacht habe. Solche Überraschungen liebe ich.
    Genieße Deine Blütenpracht, lieben Gruß
    Nicole

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  4. Oh ja, der Frühling ist immer wieder andersrum und immer w4ieder ein Wunder!
    Liebe Grüße
    Ninae

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  5. Ja, im Frühling kann man wirklich nur staunen. Der Garten gibt mir ein Glücksgefühl. Ich freue mich einfach, wenn ich schaue, was alles blüht, wie sich die Beete wieder füllen. Jeden Tag blüht es etwas mehr. Schade, dass die wenigen Besucher, die durch meinen Garten gehen, diese Begeisterung und dieses Glücksgefühl nicht teilen. Aber du empfindest auch dieses Glücksgefühl, wenn du durch deinen Garten gehst. Und du hast auch allen Grund dazu, einen so tollen Garten mit einer so wunderbaren Aussicht, gibt es nicht oft.
    LG Agnes

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